Potsdam II

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Historische Stadtführungen in Potsdam

Individuelle Stadtführungen nach Maß

Sie mögen keine langatmigen Monolog-Stadtführungen? Ehrlich gesagt, so ganz ohne Theorie geht es leider nie. Aber wir müssen uns nicht gegenseitig alles überbraten, was wir irgendwann gelernt haben. Besser entdecken wir die Geschichte gemeinsam und kommen miteinander ins Gespräch. Dabei lernen wir auch viel über uns selbst. Historische Stadtführungen sind spannend und bunt.

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Potsdam, die vielen Kasernen gehören bis heute zum Stadtbild

Potsdam, die vielen Kasernen gehören bis heute zum Stadtbild

(Fortsetzung von Potsdam I)

Potsdam seit der Industrialisierung

In vielen Punkten kann die Geschichte Potsdams als Immediatstadt mit der Geschichte von Berlin-Charlottenburg verglichen werden. Denn der Haupterwerbszweig der Potsdamer war das Schloss. Unter König Friedrich Wilhelm I. („Soldatenkönig“) wurde die Hofhaltung nicht nur in Potsdam stark reduziert. Potsdam wurde zur Garnisonsstadt. Die preußische Armee trat als Arbeitgeber immer stärker in den Vordergrund.. Das änderte sich allmählich ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Preußischen Reformen, die als Konsequenz aus der Niederlage Preußens gegen Napoleon I. in Preußen durchgeführt wurden, wurde Potsdam nach 1815 nun zu einem Verwaltungsstandort ausgebaut.

Im Oktober 1838 wurde die Eisenbahnlinie von Berlin nach Potsdam in Betrieb genommen. Nun begann der Aufbau des preußischen Schienennetzes. 1846 wurde die Verlängerung über Brandenburg/Havel und Genthin nach Magdeburg eröffnet. 1874 kam die Wannseebahn hinzu.

Potsdam-Babelsberg, Weberhäuser

Potsdam-Babelsberg, Weberhäuser

Nowawes (Babelsberg)

Vor allem in Nowawes (seit 1938 Babelsberg, siehe unten) siedelten sich entlang der Eisenbahnlinie und der Chaussee nach Berlin zuerst Textilbetriebe an. Die Schuh- und schließlich die Schwerindustrie folgten mit Orenstein und Koppel (Lokomotivenbau). Schließlich kam die Filmindustrie mit der UFA und durch sie die Schallplattenproduktion dazu. Auch wenn Nowawes viel kleiner war als Berlin, waren die Arbeitsbedingungen für die Bevölkerung in den Industriebetrieben nicht besser. Ebenfalls hier entstand eine Arbeiterbewegung, die sich in der SPD und später auch in der KPD organisierte. Das „rote“ Nowawes stand nun dem monarchistischen Potsdam gegenüber. Schließlich machte die Wirtschaftskrise vor Nowawes nicht Halt.

Gegründet wurde das Dorf Nowawes im Zuge der Peuplierung einwohnerschwacher, brandenburgischer Gebiete im Jahre 1751. Es wurden böhmische Einwanderer angesiedelt und eine Weberkolonie gegründet. Unter König Friedrich II. sollte die Tuchproduktion erhöht und Preußen von teuren Importen unabhängig gemacht werden. Die inzwischen restaurierten Weberhäuser und einige Straßennamen erinnern noch an diese Zeit.

1924 erhielt Nowawes das Stadtrecht. Im Zuge der Eindeutschung slawischer Städtenamen während des Nationalsozialismus, wurde 1938 auch Nowawes in Babelsberg umbenannt. 1939 wurde die Stadt Babelsberg nach Potsdam eingemeindet.

Potsdam im Nationalsozialismus

Die Auswirkungen der Regierungsübernahme durch die Nationalsozialisten nach denWahlen im Januar 1933 machten natürlich auch in Potsdam nicht Halt. Der 21. März 1933, der „Tag von Potsdam“ genannt wurde, der Auftritt Hitlers und Hindenburgs in der Potsdamer Garnisonskirche, die gemeinsame Parade von Reichswehr, Polizei, der SA, der SS und des Stahlhelms waren nur der Anfang. Potsdam war der Ort, an der von den Nationalsozialisten eingesetzte Reichstag zum ersten Mal tagte.

Neben der tagtäglichen Ausgrenzung und Verfolgung wurde im Juli 1934 die Potsdamer Ebräerstraße in „Kupferschmiedgasse“ umbenannt. Denn nichts sollte mehr in der preußischen Garnisonsstadt an das alte jüdische Bethaus erinnern. Mit den „Nürnberger Gesetzen“ wurde einem Teil der Bevölkerung die Staatsbürgerrechte aberkannt. 1938 wurden während des Novemberpogroms die Innenräume der Alten Synagoge am Wilhelmplatz (heute Platz der Einheit) verwüstet. Die benachbarte Post übernahm danach das Synagogengebäude und baute es für ihre eigenen Zwecke zu einem Hörsaal um. Am 11. Januar 1942 begannen auch in Potsdam die Deportationen in die Vernichtungslager. Ein britischer Bombenangriff zerstörte in der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 große Teile der Potsdamer Innenstadt. Bei einem Bombenangriff wurde 1945 zuletzt das Gebäude der Alten Synagoge zerstört. 1954 wurde die Ruine abgerissen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu weiteren Kriegszerstörungen durch Gefechte mit der Roten Armee.

Potsdam, ehem. „Interhotel Potsdam“, heute „Mercure“

Potsdam, ehem. „Interhotel Potsdam“, heute „Mercure“

Potsdam nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 das Potsdamer Abkommen zwischen den (vorläufig) drei alliierten Siegermächten verhandelt. Das Ergebnis war die Aufteilung Deutschlands (in den Grenzen von 1937, ohne die Gebiete östlich von Oder und Neiße) und Groß-Berlins in zuerst drei, dann in vier Besatzungszonen

1948 begann der Wiederaufbau des zerstörten Potsdams und gleichzeitig die Umformung der ehemals preußischen in eine „sozialistische Stadt“. (→Bernau) Die Ruinen des Stadtschlosses, die Garnisons- und Heiligengeistkirche wurden aus ideologischen Gründen gesprengt und abgetragen Der Stadtkanal wurde 1965 zugeschüttet und geschichtlich gewachsene Straßenverläufe wurden verändert. Potsdam sollte als eine „sozialistische Stadt“ völlig neu entstehen. Nichts sollte mehr an die preußische Tradition Potsdams erinnern. 1951 wurde in Potsdam die Pädagogische Hochschule „Karl Liebknecht“ gegründet. Aus ihr entstand die heutige Universität Potsdam.

Nach der Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952, war Potsdam die Hauptstadt des neu gegründeten Bezirks Potsdam. Nach dem Mauerbau im Jahre 1961 war Potsdam von Berlin vollkommen abgeschnitten. Potsdam war isoliert und verlor seine traditionellen, engen Anbindungen an Berlin. Von Ost-Berlin aus war die Stadt nur noch über den weiten Umweg um West-Berlin herum zu erreichen. Nun begann der Umbau Potsdams in eine sozialistische Bezirksstadt. Das zerstörte Stadtschloss wurde abgetragen. 1968 wurde die Garnisonskirche abgerissen, an der nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg über zwanzig Jahre lang noch immer Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden waren. Angeblich geschah der plötzliche Abriss der Garnisonskirche aufgrund einer persönlichen Entscheidung Walter Ulbrichts. Der Geist des sozialistischen Städtebau-Fortschritts sollte die Bezirkshauptstadt jetzt durchströmen. Bei aller berechtigter Kritik an der Kahlschlagpolitik der DDR hinsichtlich der preußischen Geschichte müssen wir uns auch vergegenwärtigen, wie unsere Generation heute mit den Bauten der DDR umgeht. Der einfach weggefegte Palast der Republik in Berlin ist ein drastisches Beispiel des heutigen Umgangs mit der Vergangenheit.

Auf dem ehemaligen UFA-Filmgelände in Babelsberg produzierte ab Mai 1946 die „Deutsche Film AG“ (DEFA). Zuerst unter sowjetischer Verwaltung ging die DEFA nach der Gründung der DDR, am 7. Oktober 1949, allmählich in die ostdeutsche Verwaltung über. Der Spielfilm „Jakob der Lügner“ (Jurek Becker), unter der Regie von Frank Beyer, wurde 1974 für den Oscar nominiert.

Und heute? Seit der Neugründung des Landes Brandenburg im Jahre 1990 ist Potsdam dessen Landeshauptstadt. Architektonisch erleben wir im Augenblick etwas, was wir getrost als einen Neo-Historismus bezeichnen können. Viel Geld wird darin investiert, vor allem das barocke Potsdam wieder auferstehen zu lassen und eine lebendige Großstadt zu einem Museum zu machen. Das Potsdamer Stadtschloss wird wieder aufgebaut, während die Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit gnadenlos vergammeln und wohl irgendwann einfach nicht mehr da sind. Doch gerade das Verschwindenlassen von Geschichte kennen wir bereits. Mehr Respekt vor der Geschichte, ein Umdenken ist gefordert.

Potsdam, Nauener Tor

Potsdam, Nauener Tor

Die Potsdamer Vorstädte

Die Nauener Vorstadt schließt sich bereits seit dem 18. Jahrhundert nördlich des Nauener Tores an Potsdam an. Mit seinen Einzugsbereichen: dem Neuen Garten, dem Pfingstberg und dem Jungfernsee gehörte es von Anfang an zu den bevorzugten Wohngegenden in Potsdam. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Villen in der Nauener Vorstadt bevorzugt von der Roten Armee genutzt. Der sowjetische Geheimdienst, der KGB, hatte hier in Potsdam sein Hauptquartier in Deutschland.

Zu den bevorzugten Wohngebieten gehört auch die Berliner Vorstadt, die direkt von der Havel, dem Heiligen und dem Tiefen See sowie vom Jungfernsee umgeben ist. Zudem liegt sie in Nachbarschaft zum Neuen Garten. Hier entstanden im 19. Jahrhundert vor allem repräsentative Stadtvillen. Inzwischen findet hier auch sichtbar in der Bauform eine Durchmischung der Bevölkerung statt. Im Nordosten grenzt die Berliner Vorstadt an die Glienicker Brücke und den Ortsteil Wannsee von Groß-Berlin.

Potsdam, Jägertor

Potsdam, Jägertor

Auch die Jägervorstadt gehört bereits seit dem 18. Jahrhundert zu Potsdam und liegt, von Potsdam aus gesehen, hinter dem Jägertor. Hier befanden sich zahlreiche Gärten und seit 1672 auch die kurfürstliche Fasanerie, die dann zum Jägerhof und später unter König Friedrich II. zu einer Seidenfabrik umgebaut wurde. Von Karl Friedrich Schinkel wurde auf dem Gelände schließlich die Unteroffiziersschule gebaut. Anstelle der Gärten entstanden im 19. Jahrhundert in der Jägerstadt Villen und Militärkasernen.

Potsdam, Brandenburger Tor

Potsdam, Brandenburger Tor

In der Brandenburger Vorstadt, von Potsdam aus hinter dem Brandenburger Tor gelegen, befanden sich im 18. Jahrhundert vor allem Gärten, Meiereien und kleinere Handwerksbetriebe. Die dichte Bebauung von heute entstand erst ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. Dafür wurde an der Neustädter Havelbucht extra ein Baudepot errichtet. Doch auch wenn sich hier einige Handwerksbetriebe niederließen, hing das Wohlergehen der Bevölkerung vom Schloss als Arbeitgeber ab. Als oder besser: weil Kaiser Wilhelm II. ins Neue Palais zog, wurde hier die Erlöserkirche gebaut. Im Zuge wurden Straßen neu angelegt, und es kam zur geschlossenen Bebauung der Brandenburger Vorstadt. Nun zogen bevorzugt Beamte hierher. Zudem entstanden hier Stadtvillen.

Die Teltower Vorstadt schließt sich von Potsdam aus hinter der Langen Brücke und der Havel nach Süden hin an. Die Teltower Vorstadt ist die älteste Vorstadt Potsdams, ihre Geschichte begann bereits am Ende des 17. Jahrhunderts, sie gehörte aber erst ab 1808 offiziell zu Potsdam. Da Potsdam eine Immediatstadt war und sich in der Residenzstadt Potsdam keine Industrie ansiedeln durfte, bot sich im 19. Jahrhundert die Teltower Vorstadt bis nach Nowawes (Babelsberg) hin als Industriestandort an. Das Reichsbahnausbesserungswerk entstand hier ebenso wie die Seidenwarenfabrik „Michels & Cie“.

Potsdam, Einsteinturm (Erich Mendelssohn)

Potsdam, Einsteinturm (Erich Mendelssohn)

Die Templiner Vorstadt liegt ebenfalls im Süden Potsdams am Brauhausberg und der Havel. Der Name geht zurück auf die Wüstung des Dorfes Templin in der Gegend. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts befand sich an der heutigen Leipziger Straße das Kornmagazin des Proviantamtes, aus dem später die Speicherstadt und mit ihr der Persius-Speicher wurden. 1728 entstand hier das Königliche Brauhaus. Da die Templiner Vorstadt südlich der Havel lag, konnte sich auch hier ab dem 19. Jahrhundert eine Industrie ansiedeln. Auf dem Telegrafenberg wiederum entstanden zahlreiche Observatorien, zu denen auch der Einsteinturm von Erich Mendelssohn gehört. Heute trägt dieses Gelände den Namen „Wissenschaftspark Albert Einstein“.

Potsdam Süd

Im Süden Potsdams entstanden in der DDR-Zeit neue Stadtviertel mit modernen Neubauten. Die älteste ist Waldstadt I an der Stadtgrenze nach Rehbrücke, das in den 1950er bis Ende der 1970er Jahre entstand. Hier befindet sich auch die „Stadtrandsiedlung“. Waldstadt II wurde von Ende der 1970er bis 1985 als reine Plattenbausiedlung errichtet. Die Plattenbausiedlung Am Schlaatz (slawisches Wort für „Sumpf“) entstand als letzte Wohnanlage in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre auf den Potsdamer Nuthewiesen am Fluss.

Potsdam, Jagdschloss Stern

Potsdam, Jagdschloss Stern

Am Stern

Der Name bezieht sich auf einen Wegestern, der in den 1820er Jahren angelegt worden war und dessen Wege in der Parforceheide (abgeleitet von der Parforcejagd) vor dem Jagdschloss Stern zusammenliefen. Eine eingelassene Platte im Boden erinnert heute an den Stern.

Das kleine, eher unauffällige Jagdschlösschen selbst wurde zwischen 1730 und 1732 im Auftrag Königs Friedrich Wilhelm I. nach dem Vorbild eines niederländischem Bürgerhauses gebaut. Es ist das einzige Schloss aus der Zeit Friedrich Wilhelms I. und das älteste, erhaltene Schloss in Potsdam.

Auf dem ehemaligen Jagdgebiet der Parforceheide entstand ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eine Wohnsiedlung, die in der Zeit die größte in Potsdam war. 1997 kam weitere Bebauung hinzu. Heute kennt man den Stern vor allem durch die große Einkaufsgalerie, dem „Sterncenter“.

Neuendorf

Neuendorf wurde 1375 zum ersten Mal erwähnt und war ein Runddorf. Schon kurz nach der Gründung von Nowawes, im Jahre 1751, hatte die dortige Weberkolonie das Dorf Neuendorf in der Einwohnerzahl bereits überholt. Neuendorf besaß 1801 nur 23 Häuser, im Jahre 1840 waren es auch erst gerade einmal etwa 30. Die Veränderung von Neuendorf begann mit der Industrialisierung vor allem im benachbarten Nowawes. Im Jahre 1900 zählte Neuendorf 4000 Einwohner, Nowawes allerdings schon über 10 000. 1907 schlossen sich Nowawes und Neuendorf schließlich zusammen.

Potsdam, Bahnhof Griebnitzsee

Potsdam, Bahnhof Griebnitzsee

Neubabelsberg

Neubabelsberg ist eine Villensiedlung. Sie liegt am Griebnitzsee und gehört heute zum Potsdamer Stadtteil Babelsberg.

Die Villenkolonie wurde 1873 als selbständige Gemeinde gegründet. Ähnlich wie Grunewald war Neubabelsberg ein Spekulationsobjekt. Durch den Bahnhof Neubabelsberg (heute Griebnitzsee) war die Siedlung gut mit Potsdam und Berlin verbunden. UFA-Stars, Künstler und Industrielle siedelten sich hier an. Ähnlich wie in Grunewald wurde in Neubabelsberg während des Nationalsozialismus die so genannte Arisierung forciert. Jüdische Bewohner wurden gezwungen, die Grundstücke weit unter dem wirklichen Wert zu verkaufen oder wurden enteignet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für das Potsdamer Abkommen die Staatsoberhäupter der vorläufigen drei Siegermächte in Villen in Neu-Babelsberg untergebracht.

Als Nowawes 1924 das Stadtrecht erhielt, versuchte es sofort Neubabelsberg einzugemeinden. Nowawes war der größte Industriestandort im Kreis Teltow mit allen finanziellen Problemen einer Industriestadt und wollte mit der Eingemeindung an zahlungskräftige Steuerzahler kommen. Doch die Villienkolonie Neubabelsberg wehrte sich, sich mit dem „roten“ Nowawes zu vereinigen. Im Jahre 1938 wurde Neubabelsberg schließlich in die Stadt Babelsberg eingemeindet und 1919 schließlich in Potsdam.

Klein Glienicke

Klein Glienicke wurde 1375 zum ersten Mal erwähnt und war ein Dorf. In der DDR war Klein Glienicke Grenzsperrgebiet und ragte auf der Berliner Seite des Teltowkanals in den nun West-Berliner Stadtteil Wannsee hinein.

Sehenswert sind die ursprünglich zehn Schweizerhäuser von Ferdinand von Arnim, die zwischen 1863 und 1887 entstanden. Vier von ihnen sind noch erhalten. Daneben gab es den „Bürgerhof“, der um 1900 angeblich zu den größten Gartenlokalen Europas gehörte. Der kriegsbeschädigte „Bürgerhof“ wurde nach dem Mauerbau angerissen. Übrig geblieben ist davon nur die Stehbierhalle zu der heute auch ein Biergarten gehört. Neben der Stehbierhalle befindet sich das kleine „Havelschlösschen“, in dem öffentliche Konzerte stattfinden.

Erwähnt werden muss auch die neugotische Kapelle in Klein Glienicke von Reinhold Persius, einem Sohn Ludwig Persius’, die 1881 eingeweiht wurde. Die Kirche verfiel in der DDR-Zeit. In den 1990er Jahren wurde die Kapelle von Klein-Glienicke im Originalzustand wiederhergestellt.

Potsdam, „Schweizerhäuser“ in Klein Glienicke

Potsdam, „Schweizerhäuser“ in Klein Glienicke

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