Berliner Stadtgeschichte

 

Zeughaus, heute Deutsches historisches Museum

Zeughaus, heute Deutsches historisches Museum

 

Erst Ende des 12. Jahrhunderts, wohl um den heutigen Molkenmarkt herum auf drei Spreedünen gegründet, ist Berlin im Vergleich mit anderen Großstädten im heutigen Deutschland eine junge Stadt. Auf dem anderen Spreeufer lag die Schwesterstadt Berlins, Cölln. Cölln wurde nach heutigem Wissen etwas früher urkundlich erwähnt als Berlin und scheint von daher etwas älter zu sein. Doch Cölln wurde planmäßig angelegt und ist von daher wohl doch jünger. Ob der Gründung Berlins und Cöllns durch deutsche Kolonisten bereits eine slawische vorausgegangen war, ist bis heute nicht nachgewiesen, aber an der schmalsten Stelle zwischen den Höhenzügen des Barnim und des Teltow gelegen, doch recht wahrscheinlich. Hier laufen in der heutigen Mitte Berlins umfangreiche archäologische Grabungen über die jüngere, aber auch die ältere Geschichte Berlins.

Die Geschichte Berlins ist eine Geschichte von Einwanderung und Vertreibung. Ständig versuchten Kurfürsten, Könige und Kaiser immer wieder von neuem, die Residenzstadt Berlin als prächtige Hauptstadt in Europa erstrahlen zu lassen. Dem Kaiserreich folgten die Weimarer Zeit und der Terror der Nationalsozialisten. Die Spuren sind in Berlin noch immer gut sichtbar. Berlin wurde von den, nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Supermächten in deren Hemisphären aufgeteilt: Berlin (Ost) wurde zur Hauptstadt der stalinistischen DDR sowie Berlin (West) zum Schaufenster der „freien Welt“ ausgebaut. Dazwischen befand sich die Berliner Mauer. Der Geschichte versuchte man sich vor allem mit der Abrissbirne zu entledigen. Man baute neu, und man richtete sich auf beiden Seiten in Berlin ein. Im Schatten der Berliner Mauer entstanden Nischen in der Mauerstadt Berlin: künstlerische und Versuche eines alternativen Zusammenlebens – nicht nur in Kreuzberg und Prenzlauer Berg.

Die Mauer fiel, und wie über Nacht war ein neues Deutschland erwacht. Wieder einmal entledigte man sich in Berlin architektonisch, was nicht mehr zeitgemäß erschien. Sterile Einkaufsparadiese wurden im Neuen Berlin aus dem Boden gestampft, die „Kathedralen“ der neuen Zeit.

Ständig versuchte Berlin sich neu zu erfinden. Und doch haben in Berlin alle Zeiten ihre Spuren hinterlassen. Die Stadt hat ein Gedächtnis.

Mehr erfährt man am Besten durch Stadt- und Stadtteilführungen oder Führungen zu verschiedenen Themen mit dem Stadtnavigator Berlin.

 

 

Potsdamer Platz

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